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„Es ist fünf vor zwölf“: Kreis Plön beteiligt sich am Aktionstag „Kommunen am Limit“

(jk) Die Botschaft ist eindeutig: Die finanzielle Lage der Kommunen hat einen kritischen Punkt erreicht. Auch der Kreis Plön steht massiv unter Druck.

Der bundesweite Aktionstag „Kommunen am Limit“ am 22.06.2026 macht auf die dramatische Finanzsituation von Städten, Gemeinden und Landkreisen aufmerksam. Hintergrund sind stetig steigende Pflichtaufgaben und Kosten, denen keine ausreichende Finanzierung durch Bund und Länder gegenübersteht. Die kommunalen Spitzenverbände sprechen von einer historischen Finanzkrise und fordern endlich eine auskömmliche Finanzierung der Kommunen nach dem Grundsatz: „Wer bestellt, bezahlt auch.“

„Die kommunale Finanznot ist keine abstrakte Zahl. Sie entscheidet darüber, welche Leistungen wir vor Ort für die Menschen anbieten können und welche nicht“, betont Landrat Björn Demmin. „Wenn Bund und Länder immer neue Aufgaben übertragen, ohne die Finanzierung dauerhaft sicherzustellen, geraten die Kommunen immer weiter in die Defizitspirale.“

Besonders besorgniserregend sind die Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge. Im Kreis Plön betrifft dies vor allem die Gesundheitsversorgung. Die Klinik in Preetz steht bereits heute unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Durch das vom Bund geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz drohen zusätzliche Belastungen, die die finanzielle Situation weiter verschärfen.

„Allein aufgrund dieses Gesetzes wird sich das Defizit der Klinik bis zum Jahr 2030 massiv erhöhen“, erklärt Geschäftsführer Sven Sandberg. „Das ist Geld, das wir für die medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region benötigen. Stattdessen drohen zusätzliche Belastungen für den Kreis Plön, der dieses Defizit auffangen muss.“

Auch Kreispräsidentin Hildegard Mersmann warnt vor den Folgen: „Krankenhäuser, Schulen, Straßen, Busverbindungen, Kinderbetreuung oder soziale Angebote sind keine Luxusleistungen. Sie sind das Fundament unseres Gemeinwesens. Wenn die kommunalen Finanzen weiter ausgehöhlt werden, gefährdet das die Lebensqualität und den Zusammenhalt vor Ort.“

Mit ihrer Beteiligung am Aktionstag wollen Kreisverwaltung, Kreispolitik und Klinik gemeinsam ein deutliches Signal an Bund und Land senden. Die Zeiger stehen auf „fünf vor zwölf“: Für die Kommunen, für die Daseinsvorsorge und für die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Kreis Plön ist jetzt entschlossenes Handeln erforderlich.

Text/Foto/Veröffentlichung i.A.: © Kreis Plön

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